Wirtschaftlich Planen

Einführung in das Arbeiten im digitalen Gebäudemodell

Die Personalkosten sind mit rund 80% der Gesamtkosten der kritische Faktor für den wirtschaftlichen Erfolges eines Planungsbüros. Innerhalb dieser Kosten gehören der Projektstundenanteil und damit der Planungsanteil einschließlich dessen Dokumentation zu den größten Kostenblöcken. Wie aber kann man diesen Anteil optimieren und damit die eigene Ertragssituation verbessern?

Building Information Modeling, ein im Jahre 2002 von Autodesk dem Weltmarktführer für CAD eingeführter innovativer Ansatz für die Planung, den Bau und die Verwaltung von Gebäuden, sorgte für eine durchgreifende Änderung im Verständnis der internationalen Fachwelt zur Einsatzfähigkeit von Technologie in der Bauplanung, -umsetzung und Gebäudeverwaltung.

Das Building Information Modeling (BIM) zeichnet sich durch die unmittelbare und kontinuierliche Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger, zuverlässiger, vollständig integrierter und abgestimmter Informationen zum Gestaltungsumfang, den Zeitvorgaben und der Kostenentwicklung eines Projekts aus. Zu den zahlreichen Wettbewerbsvorteilen, die diese Technologie mit sich bringt, zählen u.a.:

      • Raschere Projektfertigstellung (Zeitersparnis)
      • Bessere Koordinierung (weniger Fehler)
      • Geringere Kosten
      • Gesteigerte Produktivität
      • Höhere Qualität der Arbeit
      • Neue Umsatz- und Geschäftschance

Durch die Möglichkeit, diese Projektinformationen in einer integrierten digitalen Umgebung stets auf dem aktuellen Stand zu halten und allgemein zugänglich bereit zu stellen, erhalten Architekten, Ingenieure, Bauunternehmen und Bauherren eine transparente Übersicht über ihr Projekt und profitieren von rascheren Entscheidungsprozessen – mit deutlich positiven Auswirkungen auf die Qualität und die Rentabilität ihrer Projekte.

Beim Building Information Modeling handelt es nicht um eine eigenständige Technologie sondern um eine Methode, für deren effizienten Einsatz geeignete Basistechnologien erforderlich sind. Beispiele hierfür sind (in aufsteigender Reihenfolge nach Effektivität):

      • CAD
      • Objektorientiertes CAD
      • Parametrische Gebäudemodellierung 
Aufwand zu Effektivität bei CAD Kategorien

 

Die Grafik zeigt die Gesamteffektivität bzw. den Nutzen der drei verschiedenen Technologien (vertikale Achse) im Verhältnis zum jeweils erforderlichen Aufwand (horizontale Achse). Die gestrichelte horizontale Linie zeigt zusätzlich das Mindestniveau an Effektivität, das noch mit Building Information Modeling in Zusammenhang gebracht werden kann.

Unterhalb dieses Grenzwertes befinden sich die bestehenden herkömmlichen Branchenprozesse, die von üblichen Anwendungen zur Zeichnungserstellung unterstützt werden. Oberhalb der Linie sind die steigenden Effektivitätswerte des Building Information Modeling ersichtlich. Die drei durchgezogenen Linien stellen die mit einem gegebenen Grad an Aufwand erreichbare Effektivität der drei Techniken dar.

Da die gesamte Bau- und Architekturbranche in hohem Maße auf grafische Informationen angewiesen ist, erscheinen einige Aspekte der drei verschiedenen Technologien auf der Darstellungsebene ziemlich ähnlich. Mit jeder der drei Technologien lassen sich beispielsweise Baupläne, Schnitte und Ansichten in guter Qualität darstellen. Doch der Unterschied besteht in der zugrundeliegenden Funktionalität – vergleichbar mit der Darstellung eines interaktiven Berichts, der durch Daten einer Datenbank generiert wird, und trotzdem einem einfachen Textverarbeitungsdokument ähneln kann. Was jedoch den jeweils dargestellten Dateien zugrunde liegt, unterscheidet sich fundamental. 

Der Marktführer Autodesk deckt mit einer umfassenden Produktpalette alle drei Technologien zur architektonischen Konstruktion und Dokumentation ab. Wie in der Grafik gezeigt, lässt sich allein mit der parametrischen Gebäudemodellierung unter geringstem Aufwand das höchste Maß an Effektivität beim Building Information Modeling realisieren. Als einzige der drei Technologien kann sie die unmittelbare und kontinuierliche Verfügbarkeit aller wichtigen, gebäuderelevanten Daten garantieren, was zu Steigerungen in der Qualität, Geschwindigkeit und Produktivität bei geringeren Kosten führt.

Wie jedoch im Diagramm auch zu erkennen, ist für die Nutzung dieser Technologie die Implementierung eines entsprechenden Systems nötig, d.h. es besteht keine Möglichkeit, diese in herkömmlichen, anderweitigen Umgebungen einzusetzen. Mit der parametrischen Gebäudemodellierung lassen sich erhebliche Ertragsvorteile generieren, jedoch ist hierfür die Modifizierung von traditionellen Arbeitsweisen erforderlich. Der Umstieg von CAD-basierter Technologie kann schrittweise erfolgen, bringt jedoch tiefgreifende Änderungen der gewohnten Strukturen mit sich.

Den vollständigen Artikel zum Thema: Wirtschaftlichkeit im Planungsalltag können Sie hier als PDF herunterladen.